Wenn der Bürger sich wehrt, läuft was verkehrt ……

2011 erregte die geplante Ausweisung eines Überschwemmungsgebietes, das sich fast über den halben Ortsbereich von Hassloch erstreckte die Gemüter.

Bereits damals verhinderte der engagierte Protest einiger Bürger, dass durch einen einmaligen Verwaltungsakt, die langjährige Tatenlosigkeit und die Versäumnisse der Verwaltungen im Handstreich einfach auf die Hasslocher Bürger abgewälzt werden.
Die bürgerferne, arrogante Vorgehensweise der Verwaltung, Messungen & Berechnungen,
die erst nach dem heftigen Protest nochmals einer Überprüfung unterzogen wurden aber auch der verantwortungslose Umgang mit dem Thema Hochwasserschutz, haben das Vertrauen in die Verantwortlichen schwinden lassen.
Einwände und Anfragen der Bürger, die nicht einmal beantwortet wurden, liessen den Sinn der vorgeschriebenen öffentlichen Beteiligung zur Farce werden.
Die Verwaltung musste letztlich zurückrudern.
In vielen politischen Sonntagsreden wurden runde Tische versprochen ebenso, wie die zeitnahe Information und Einbindung der Bürger.

Zwei Jahre sind seitdem vergangen.
Mit der Vorgehensweise bei der jetzt geplanten Umsetzung einer Rehbachverlegung verspielt die Verwaltung erneut die Chance, die Bürger einzubinden und deren Akzeptanz zu erreichen. Wieder wurde intransparent hinter verschlossenen Türen gearbeitet und die Bürger nicht einbezogen. Der erste Bürgerdialog wurde zu ungünstiger Zeit nach Bad Dürkheim gelegt; die Fragen dort nur oberflächlich beantwortet und auf die Alternativvorschläge der Bürger nicht eingegangen. Der zweite Bürgerdialog wird nun in Hassloch stattfinden, jedoch in so kurzem Zeitabstand, dass die Antworten aus dem ersten Dialog kaum von den Bürgern hinterfragt werden können, da das Protokoll immer noch nicht vorliegt.
Eine glaubwürdige Prüfung von möglichen Alternativen zu dieser Rehbachverlegung und die Abwägung der Folgen für Hochwasserschutz und das Ökosystem ist nicht erfolgt. Stattdessen versteift man sich auf die möglichst schnelle Umsetzung einer Rehbachverlegung um öffentliche Fördermittel abrufen zu können. Diese Verlegung dürfte jedoch für eine Entschärfung der Hochwasserrisiken nur wenig Bedeutung haben, da die befürchteten Wassermassen weit westlicher auf den Ort einströmen. Das intakte Ökosystem im Haßlocher Wald wird bei der Umsetzung dieser Verlegung ebenfalls massiv beeinträchtigt.

Der Vertrauensverlust in die Verwaltungen hat einige Bürger Hasslochs inzwischen veranlasst, selbst Untersuchungen durchzuführen und eigene Alternativvorschläge zu unterbreiten. In unserer überparteilichen Bürgerinitiative sollen die gemeinsamen Erkenntnisse ausgetauscht und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Wenn der Bürger sich wehrt ……

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